BEREIT ZUM AUFNEHMEN?
es ist sehr wichtig, dass man sich ein paar gedanken macht, bevor man sich entscheidet ins studio zu gehen. jede stunde kostet geld und es ist schade, wenn viele stunden verstreichen aus irgendwelchen gründen, die im voraus hätten verhindert werden können.
also lieber 2 monate länger proben, als überstürzt in studio zu gehen und um dann zu merken, dass die songs ja gar nicht richtig sitzen. vorbereitung ist das a und o!
es folgen kurz die wichtigsten punkte um die aufnahme-session so angenehm und effizient wie möglich zu gestalten:
1. song
die songs müssen 100%ig sitzen und zwar in jeder hinsicht! diskussionen wer wo was spielt und wann denn nun das solo kommt oder «was? du spielst da dur? ich spielte da aber immer moll» usw. gehören in den bandraum und nicht ins studio! dies kostet zeit und nerven von allen beteiligten und nicht zuletzt auch geld. also lieber 'nen monat länger im übungsraum (gratis) üben, anstatt im studio (nicht gratis) 2 stunden zu diskutieren anstatt aufzunehmen.
wünschenswert ist es, wenn jeder beteiligte musiker die songs auch alleine spielen kann, oder zumindest zu zweit. (man kann so viel flexibler aufnehmen, z.b. schlagzeug und bass im ersten durchgang, dannach gitarre und gesang usw.) um dies zu schaffen, braucht es sicherheit und das ist das beste für eine gelungene aufnahme. ein unsicherer musiker, wird beim aufnehmen schnell nervös.
2. mensch
wer den abend durchgezecht hat und morgens in zweifelhaftem zustand im studio ankommt, wird mit grosser wahrscheinlichkeit grosse mühe haben. die nervosität wird zudem unnötig gesteigert, wenn man's nach dem 20igsten versuch immer noch nicht auf die reihe bringt. also immer ausgeschlafen und fit ins studio.
3. instrument
sind die instrumente gestimmt und in ordnung? wackelkontakte, tape-orgien oder ganze saitensätze neu aufziehen während der aufnahmesession sind nervig und meist (eine saite kann natürlich mal reissen) vermeidbar. folglich: auf gitarren uns bass gehört ein satz neuer saiten, beim bass sollten sie zudem gut eingespielt sein, auf trommeln gehören neue felle und neue sticks sind auch zu empfehlen.
4. klangvorstellung
jeder musiker sollte seine sound vorstellungen vom eigenen instrument haben bzw. wissen, wo die reise hingehen soll. natürlich helfe ich euch dabei, aber ihr kennt die eigenheiten und eigenschaften eurer instrumente am besten.
5. equipment
wer mit seinem 10watt-koffer-amp hereinspaziert und «ein limpbizkit-brett bitte» ruft, ist auf dem falschen dampfer. man sollte die grenzen seines equipments kennen. man kann mit keiner technik der welt aus einem schlechten amp einen mächtigen breitwand-metal-sound rausholen. wenn man konkrete vorstellungen für die aufnahme hat und sich den rectifier vielleicht nicht leisten kann, gibt's sicher auch die möglichkeit etwas zu mieten. allerdings sollte man dann auch punkt 4 beachten und nicht 5 minuten vor der recording-session den rectifier beim kumpel holen gehen.
6. bandprobe
es bringt sehr viel, wenn man die probe-sessions jeweils aufnimmt. die qualität spielt hier keine rolle, aber so hört man sich mal «von aussen» und kann das ganze objektiver beurteilen. ein drummer hört sofort wo sein timing noch hakt, der gitarrist und der keyboarder hören wo sich evtl. die harmonien beissen und der sänger merkt, dass er vielleicht etwas weniger rauchen sollte.
mit dieser methode erspart man sich den aha-effekt. denn eine aufnahme im studio verzeit nichts! man hört nachher jeden schrägen ton und jeden schleppenden break. es braucht einiges mehr an können um auf cd sauber zu klingen, als live auf der bühne!
7. chef
ein bandmitglied sollte die musikalische leitung übernehmen. das heisst nicht, dass alle blind auf diesen jemanden hören müssen und er die absolute befehlsgewalt inne hat, sondern dass dieser jemand versucht den überblick zu behalten und die band quasi vertritt und in ihrem sinne entscheidet. wenn der tontechniker fragt, wie's denn klingen soll und vier leute antworten unterschiedlich wird's mühsam und artet wieder einmal in diskussionen aus. 4 musiker = 4 meinungen = chaos und kompromisse.
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